Lage:
Die Gemeinde Grödersby liegt am Nordufer der Schlei in der Landschaft Angeln.
Die Landschaft Angeln ist eine Region im Nordosten
Schleswig-Holsteins.
Die Gesamtfläche der Gemeinde Grödersby beträgt 664 ha. Grödersby gehört dem Amt
Kappeln Land an.
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In zurückliegender Zeit wurde das Wirtschaftsleben durch die
Landwirtschaft, unterschiedliche Kleinhandwerker sowie Kleinfischer geprägt. Heute gibt es
weniger Einzelbetriebe in der Landwirtschaft, da viele kleinere landw. Betriebe
im Zuge des Generationswechsel aufgegeben wurden und ihre Flächen verpachteten.
In vielen der alten landw. Wirtschaftsgebäude sind heute modernere Gewerbebetriebe
eingezogen. Es sind überwiegend Betriebe die den Segelsport bedienen, wie etwa Werften,
Segelmachereien und Lagerhallen für Yachten und Boote. Des weiteren werden im
Tourismusbereich Urlaub auf dem Bauernhof, Ferienwohnungen und Zimmer angeboten.
Es sind ebenfalls je ein Fachbetrieb
für Landtechnik und Hydraulikanlagen in Grödersby angesiedelt.
Ein Teil der Einwohner finden ihre Erwerbsgrundlage im 5 km entfernten Kappeln.
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Landschaftsbeschreibung: Die Flächen der Gemeinde Grödersby werden
überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Einige kleine Feldgehölze sind hin und
wieder eingestreut. Das Gelände steigt von der Schlei (NN) in nördliche Richtung
bis auf ca. 40 m an. Ein Landstreifen von der Kappelner Grenze bis zum Grödersbyer
Noor hat einen wiesenhaften Charakter. Danach grenzt das Ackerland bis an die Schlei.
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Die Grödersbyer Au prägt den Landschaftscharakter sehr stark. Sie fließt
mit einem Seitenarm aus Faulück kommend bei Brodlos in das Gemeindegebiet ein, durchfließt
das Räuberholz in einer bis zu 10 m tiefen Schlucht. In dem Wiesengebiet Trankier vereinigt
sich dieser Arm mit einem zweiten Seitenarm, der aus Westerlücken kommt. Von dort aus
durchfließt dieser Bach die Trankierwiesen, am Mühlenholz vorbei, in einem großen Bogen
bis Grödersby Mühle und mündet dort in das Noor.Das zweite Gebiet, dass durch Bäche und
Gräben geprägt wird, ist der Bereich der Wiesen Wellnis vor Arnis.Hier sammelt sich viel
Wasser an. Dieser Bereich wird über ein Grabensystem und einem Schöpfwerk in die Schlei
entwässert.
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Dadurch, dass das Gemeindegebiet von der Schlei her sehr stark ansteigt, gibt es
einige markante Punkte, die einem sehr verschiedene wunderbare Landschaftsansichten
gewähren. Meistens muss man dabei nach Süden schauen, weil der nördliche Bereich
der höher gelegene ist.Schaut man von Neuwerk aus in Richtung Grödersby, so hat
man das ganze Dorf vor sich liegen. Ferner sieht man Arnis und den Teil der Schlei
zwischen Königstein und Kappeln. Begibt man sich auf den Wanderweg nach Kappeln
oder auf den alten Arnisser Damm, so steht man unmittelbar am Schleiufer. Wenn im
Sommer die Segelschiffe die Schlei befahren, bietet sich dem Beschauer ein
wunderschöner Anblick. Wendet man von Marienhof aus den Blick Richtung Norden,
so sieht man auf Pußberg und darüber hinweg auf die Mühle.
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Einen wunderbaren Ausblick hat man von der Landstraße vor der Mühle.
Von hier hat man den Anblick des Grödersbyer Noores mit der Verbindung zur Schlei
(Watestelle). Das Noor ist zu den einzelnen Jahreszeiten von den verschiedensten
Wasservögeln bevölkert. Auf dieser Landstraße nur eine kleine Wegstrecke weiter
Richtung Faulück, überführt sie den Auslauf der Grödersbyer Au, an der Stelle, an
der früher die alte Wassermühle gestanden hat. Dann in gleicher Richtung weiter,
an Grödersby Hof vorbei, erreicht man den Ortsteil Habertwedt, wo man dann das
Gemeindegebiet verlässt und in die Nachbargemeinde Faulück gelangt.
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Im Laufe der Zeit veränderte sich in Angeln die Landschaft nicht.
Anders in Grödersby, im Bereich Grödersby - Arnis.
Im Jahre 1667, als Arnis besiedelt wurde, war es noch eine Insel. Das ganze Gebiet
der heutigen Wellnisser und Pilsmaier Wiesen war von Wasser überspült.
1796 wurde ein Erddamm vom Grödersbyer Gebiet nach Arnis errichtet. Es war der
Zugang von der Watestelle über den heutigen alten Damm. Die Wasserfläche zwischen
Grödersby und Arnis wurde das Grödersbyer Noor genannt. Es wurde in das innere und
das äußere Noor eingeteilt. Die Grenze war eine kleine von Grödersbyer Gebiet kommende
Halbinsel (Abniß genannt). Im äußeren Noor konnten noch kleine Jachten fahren, das
innere Noor war flach, bei starkem Westwind lief es trocken. In noch früherer Zeit
hat vielleicht eine feste Verbindung zwischen Grödersby und Arnis bestanden, denn
in Waldemars Erdbuch von 1231 kommt bei einer Aufzeichnung aller Inseln, Arnis nicht
vor. In früheren Jahrhunderten befanden sich in der Schlei noch mehrere Herings-
oder Fischzäune. Schon 1472 wurden Heringszäune im Grödersbyer Noor erwähnt,
auf dem damaligen St. Petersgrunde, dem heutigen Pilsmai.
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Sie unterstanden der Grödersbyer und Pageroer Gerechtigkeit. Im Jahre 1610 wurde der
Heringszaun der Gebrüder Knut und Hinrich Andresen aus Grödersby stark beschädigt,
ebenso der Zaun von Johann Voß und Michael Karstens aus Grödersby. Nach einer
Erhebung aus dem Jahre 1622 gab es zwischen Königstein und Arnis den kleinen und
den großen Heringszaun.
In der Meyerschen Schleikarte werden sie als die Süder- und Norder- Grödersbyer
Zäune benannt. In der selben Zeit gab es in dem Gebiet auch noch vier sogenannte
Aalwehre, von denen drei zu Grödersby gehörten. Der alte Damm von Pilsmai nach
Arnis ist im Laufe der Zeit viele Male durch Hochwasser und Sturmfluten beschädigt
worden. Arnis war zu der Zeit zu Fuß oder per Fuhrwerk nur zu erreichen, wenn man
bei der Watestelle die Schlei durchwatete und dann diesen Damm benutzte.
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Finanziert wurde der Bau und die Unterhaltung dieses Dammes durch Hebung eines Wegegeldes
Später wurde dann die heutige Zufahrt nach Arnis vom Dorf Grödersby über den
vorhandenen neuen Damm nach Arnis gebaut. Es blieb nur noch das äußere Grödersbyer
Noor bestehen, das innere Noor fiel trocken und wurde entwässert. Zunächst über eine
Entwässerungsanlage am alten Damm, später durch das jetzige Pumpwerk des Wasserund
Bodenverbandes am neuen Damm. Das Gebiet des ehemaligen inneren Noores ist heute
niederes Wiesenland teils zu Grödersby, teils zu Arnis gehörig.
(Quelle Chr. Scharf 1838)